Toni Morrison – „Sehr blaue Augen“

Gewiss kennt jeder das Gefühl, nicht gemocht oder gar abgelehnt zu werden, sei es im Augenblick oder für lange Zeit. Man mag es nur als ärgerlich empfinden; man kann auch tief verletzt sein. Vielleicht wissen manche von uns auch, wie es ist, gehasst zu werden – gehasst für etwas, das sich unserem Einfluss entzieht, das wir nicht ändern können. Wenn so etwas geschieht, ist es ein gewisser Trost, zu wissen, dass die Ablehnung oder der Hass unberechtigt sind – dass man dergleichen nicht verdient hat. Und wenn man über ein gefestigtes Gefühlsleben und/oder Rückhalt bei der Familie und den Freunden verfügt, bleibt der Schaden gering oder lässt sich ungeschehen machen. Wir halten so etwas für eine Last (erträglich oder auch lähmend), wie sie untrennbar zum menschlichen Leben gehört. mehr lesen

 

Nachwort von Wendelin Schmidt-Dengler

„Was Ringelblumen bedeuten“

Armut, soziale Diskriminierung, Leiden an Körper und Seele, Vergewaltigung, unheilbare Milieuschäden, Inzest – diese Themen kennen wir alle in naturalistischer Zurichtung von Émile Zola über Gerhart Hauptmann bis zu Franz Xaver Kroetz. Von diesen Themen handelt auch Toni Morrisons Buch „Sehr blaue Augen“; auch fehlt es nicht an der Drastik, die das Werk der genannten Autoren auszeichnet. Doch es kommt – und das hat die Autorin selbst betont – auf die Methode des Erzählens an, denn der Brisanz dieses Themas kann nur ein sorgfältig bedachtes Vorgehen gerecht werden. mehr lesen

 

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